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Mental (Over)Load: Das Zuviel im Kopf

Kennst du das Gefühl, ständig an alles denken zu müssen? Dein Kopf arbeitet nonstop, die Gedanken stehen nicht still. Vor allem Mamas sind von einem Mental (Over)Load betroffen. Hier findet ihr Tipps, um da raus zu kommen.


Entspannung macht den Kopf frei

Deine Gedanken stehen nicht still, tagsüber und auch abends im Bett halten sie dich wach und ziehen gleichzeitig so viel Energie. Du fühlst dich für vieles verantwortlich und denkst für deine Familie (und teilweise auch deine Kollegen) mit. Du vergisst nie den Turnbeutel und das Pausenbrot, den unterschriebenen Zettel für irgendwelche Schul-Angelegenheiten, und weißt genau, wann bei deinem Kind der nächste Kieferorthopäden-Termin ansteht. Du machst die Urlaubs-Packliste für die ganze Familie, kaufst Geburtstagsgeschenke für die Freunde deiner Kinder und für deine Schwiegermutter, besprichst und planst mit deinem Kind seine Geburtstagsfeier, organisierst die Ferienbetreuung und sorgst für einen immer gut gefüllten Kühlschrank, wo jeder seine Lieblingsspeisen findet.

Erkennst du dich wieder in dieser langen ewigen ToDo-Liste? Bist du oft im Funktionsmodus und kannst dich schlecht abgrenzen? Dann leidest du vermutlich an Mental (Over)Load – vor allem Mütter von Schulkindern sind betroffen und zählen zur Risikogruppe. Das Wahrnehmen und Bewusstmachen des Zuviels ist ein erster wichtiger Schritt, um aus dem belastenden Gedankenkarussell rauszukommen.

Was ist Mental Load überhaupt?

Der Begriff "Mental Load" beschreibt die unsichtbare Denkarbeit, die in vielen Familien oft (unbewusst) an einer Person hängen bleibt – meist an der Mutter. Es geht dabei nicht nur um das Tun, sondern vor allem um das ständige Denken, Planen, Organisieren und Erinnern.

  • Wann ist der nächste Elternabend?
  • Braucht mein Kind neue Hefte, Stifte usw.?
  • Wer bringt das Kind zum Fußballtraining, Ballett oder Musikunterricht?
  • Wann ist Abgabe des Übungsaufsatzes?
  • Wer kommt heute wann heim und mag heute Abend was essen?
  • Wann besorgen wir was zu Omas Geburtstag?
  • Nicht vergessen: Am Donnerstag Kuchen backen für das Schulfest
  • u.s.w.

Diese Fragen und Gedanken laufen bei Betroffenen permanent im Hintergrund – wie ein offenes Browser-Fenster im Kopf, das nie geschlossen wird.

Mental Overload: Wenn der Kopf überläuft

Overload ist die nächste Stufe: Wenn zu viel Mental Load über längere Zeit anhält, kommt es zu einer Überlastung – dem sogenannten Mental Overload. Man kommt nicht wirklich zur Ruhe, Entspannung und Abschalten fallen schwer. Das äußert sich durch:

  • Erschöpfung und Schlafprobleme
  • Reizbarkeit, Wut oder Rückzug
  • Innere Unruhe
  • Konzentrationsprobleme
  • Gefühl der Überforderung und Unzufriedenheit

Oft kommt noch das schlechte Gewissen dazu: „Ich müsste doch eigentlich alles im Griff haben." So ging's mir oft. Im Rückblick habe ich häufig nur funktioniert. Zwar gab's Momente, in denen ich mich als Powerfrau, wie Super-Woman ;) fühlte, aber mein Zustand war äußerst fragil. Wenn was nicht so wie geplant klappte oder noch was Unvorhergesehenes on top kam (was nicht so selten passierte), war ich an meinem Limit, völlig überlastet. Ich glaube, ich stand öfter kurz vor einem Burnout und nur meine Zuversicht und mein positives Denken schützten mich.

Warum trifft es Mütter so stark – gerade mit Schulkindern?

Mit dem Schuleintritt wird der Alltag nicht einfacher – im Gegenteil: Termine, Deadlines, Lernbegleitung und soziale Verpflichtungen nehmen zu. Oft übernehmen Mütter ganz selbstverständlich die Rolle der „Familienmanagerin“, ohne dass das explizit abgesprochen wurde.

Der Mental Load wächst durch:

  • WhatsApp-Gruppen von Klasseneltern
  • Elternbeiratsarbeit
  • Schulprojekte, Basteltage, Ausflüge
  • Organisation einer Betreuung bei Ferien oder Krankheit
  • Lernstoff im Blick behalten
  • Stress im Job

Was kannst du tun, um dich zu entlasten?

1. Mental Load sichtbar machen
Schreib' eine Woche lang auf, was du alles im Kopf hast und organisierst – auch Kleinigkeiten! Zeig das deinem Partner oder deiner Familie. Nur was sichtbar ist, kann auch geteilt werden.

2. Aufgaben verteilen – nicht nur helfen lassen
„Sag mir einfach, wenn ich helfen soll“ – das ist keine echte Entlastung. Stattdessen: Verantwortung klar abgeben. Beispiel: „Du bist ab jetzt für alle Arzttermine zuständig. Du bekommst die Nummern, dann liegt’s bei dir.“

3. Zeiten für dich blockieren
Plane Zeit nur für dich – und verteidige sie wie einen wichtigen Termin. Egal ob Sport, Lesen, Kaffee mit einer Freundin oder einfach Nichtstun. Du bist nicht egoistisch – du sorgst für dich.

4. Weniger Perfektion, mehr Alltag
Nicht jedes Frühstück muss Instagram-tauglich sein. Nicht jedes Kind braucht täglich frisch gebackene Kekse. Reduziere Ansprüche – vor allem deine eigenen. „Gut genug“ ist oft besser als „perfekt mit Burnout“.

5. Digitale Tools nutzen
Nutze Apps oder gemeinsame Kalender für Familienorganisation. So sehen alle Beteiligten, was ansteht – und du musst nicht ständig erinnern.

6. Sprich darüber
Tausch dich mit anderen Müttern aus – echte Gespräche, nicht nur Smalltalk auf dem Schulhof. Zu wissen, dass andere ähnliche Herausforderungen haben, entlastet enorm.

Zum Schluss:
Du darfst überfordert sein. Du darfst erschöpft sein. Du darfst „Nein“ sagen. Mental Load ist real – aber du bist nicht allein. Wenn du beginnst, deine Last zu teilen, machst du nicht nur dein Leben leichter, sondern bist auch ein echtes Vorbild für deine Kinder.

Du bist nicht nur Mama – du bist ein Mensch. Und du hast das Recht, dich selbst nicht zu vergessen. Letztendlich kommt diese Selfcare allen zu Gute. Deine Familie findet eine entstresste Mama vermutlich viel toller als die top aufgeräumte Wohnung.


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