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  1. Leben mit Schulkindern - was interessiert dich besonders?

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Lernstress: Kindern den Druck nehmen

Gerade Mädchen neigen dazu, hohe Anforderungen an sich zu stellen. Sie machen sich nicht selten in der Schule viel Stress und bauen einen hohen Druck beim Lernen auf.


Gerade Mädchen setzen sich oft selbst unter Leistungsdruck

Der Nachmittag (oder manchmal auch schon der Morgen) beginnt mit Aufzählungen, mit Aufzählungen, was meine Tochter heute alles erledigen muss. Vor anstehenden Schulaufgaben ist es besonders schlimm, aber auch an normalen Nachmittagen mit vielen Hausaufgaben ist der Schulstress deutlich spürbar. "Mama, heute muss ich Englisch-Vokabeln lernen und den Latein-Text muss ich übersetzen. Ach ja, dann habe ich noch Mathe-Übungen auf und muss mich für die Geo-Abfrage vorbereiten." Dieses Ich-muss-Denken hat sie wohl leider von mir. Als Möchte-gern-Perfektionistin wache ich auch oft schon mit dem "Ich muss" im Kopf auf. Ich befürchte, es ist mit dem zweiten x-Chromosom gekoppelt. Bei den y-Chromosom-Trägern tritt dieses ständige Ich-muss-Gedankenspiel gefühlt deutlich seltener auf.

Zu viel (Lern)Druck führt zur Blockade

Das Problem ist, dass dieses "Müssen" Schülerinnen wie meine Tochter nicht etwa beflügelt, sondern dieser Lerndruck sie regelrecht blockiert. Sie weiß nicht, mit welchen Aufgaben sie anfangen soll. Oft geht dann nichts mehr. Sie gerät in Panik und manchmal resigniert sie. Oder sie fängt spät abends plötzlich an, ihre Schulaufgaben abzuarbeiten. Was wiederum ein spätes Zu-Bett-Gehen und Schlafmangel zur Folge hat. Die Müdigkeit am nächsten Tag erschwert das konzentrierte Mitarbeiten im Unterricht und das zügige Erledigen der Hausaufgaben. Der (Aufgaben-)Berg wächst, die Unzufriedenheit steigt, ein Teufelskreis beginnt.

SOS-Tipps bei Lernstress

Was hilft nun akut? Wie kommen Schüler aus dieser Stress-Falle schnell raus? Hier ist eure elterliche Unterstützung gefragt. Denn es ist wichtig, das gestresste Schulkind aus seinem Stress-Strudel rauszuholen und seine Blockade zu durchbrechen. Manchmal ist das vermeintlich schon so große Schulkind völlig überlastet und braucht genau jetzt Mama und Papa, die es auffangen. Begleitet man das Kind in der akuten Stressphase, geht in kürzester Zeit oft vieles wieder leichter. Hier einige SOS-Tipps für den Akutfall:

  • Zuhören & Dasein
  • Ablenken & etwas trinken (z.B. Tee, Schorle), evtl. einen Snack essen
  • Entspannen (z.B. Nacken oder Füße kurz massieren)
  • Hilfestellung beim Prioritäten-Setzen geben:
  1. Alles, was an dem Tag erledigt werden muss, aufschreiben
  2. Was ist davon am wichtigsten (z.B. steht am nächsten Tag ein Test/Referat an)?
  3. Ist etwas schnell erledigt, um ein rasches Erfolgserlebnis und etwas zum Abhaken zu haben?
  4. Kann man doch was schieben?
  5. Wo sind Abstriche möglich? -> Mut zur Lücke beim Vokabel-Lernen oder notfalls gibt's einen Strich wegen fehlender Hausaufgaben
  • Zeitplan für einzelne Aufgaben machen
  • Unterstützung bei den Aufgaben anbieten - aktiv (dabei sitzen) oder passiv (bei Bedarf ansprechbar in der Nähe bleiben) 

Was schützt langfristig vor Leistungsdruck?

Wie kann man Kindern und Jugendlichen langfristig den Leistungsdruck nehmen? Entscheidend ist es, Zeitmanagement und Struktur in den Lernalltag zu bringen - und eine Portion Gelassenheit. Diese Ansätze können Schülern, die sich zu viel Lernstress machen, helfen:

  • mit dem Kind reden, wie es den Lernstress empfindet; analysieren, was besonders stresst (z.B. Gesamtvolumen, bestimmte Fächer), gemeinsam überlegen, ob/wo Eltern unterstützen können
  • Aufstellen eines Wochen-Lernplans - Welche Tests, Klassenarbeiten, Referate, Abfragen stehen an? Diese Aufgaben in Lerneinheiten einteilen und ungefähre Dauer dazu aufschreiben. Wenn möglich, einen lernfreien Nachmittag einplanen.
  • Wochenplan jeden Tag überprüfen, Hausaufgaben evtl. ergänzen, Erledigtes abhaken
  • Aufgaben konzentriert erledigen, Handy weglegen!
  • Lernpausen einplanen (kurz auf dem Balkon durchatmen, etwas trinken/essen usw.)
  • Lernmotivation und Entspannungsmomente schaffen (wenn ich die Aufgabe fertig habe oder wenn ich zwei Seiten Vokabeln gelernt habe, darf ich z.B. eine halbe Stunde lang meine Lieblingsserie sehen, telefonieren, lesen, Insta/SnapChat-Storys durchschauen, chillen etc.)
  • eigene Deadline setzen: "Nach 21 Uhr mache ich nichts mehr für die Schule!"
  • als Mama/Papa: die eigenen "Ich-muss"-Sätze hinterfragen. Wie oft hören meine Kinder von mir, was ich alles zu tun habe? Was können wir Eltern hier ändern?

Und klappt das Zeitmanagement mal nicht so gut, Ruhe bewahren. Es ist kein Drama, wenn der Zeitplan nicht eingehalten wird, weil man einfach zu unkonzentriert ist (Gleiches gilt übrigens, wenn die Wohnung mal nicht gesaugt ist ;). Gelassenheit und Abschalten entstressen ganz wunderbar - das vergesse ich leider auch viel zu oft! Aber das ist wirklich ein Wundermittel, wenn einem alles über den Kopf wächst. Bei heftigstem Lernstress also: Kurz zusammen auf die Couch, in den Arm nehmen und über was völlig anderes reden. Danach geht irgendwie alles viel leichter.

Wie geht ihr bzw. gehen eure Kinder mit Lernstress um? Schreibt uns gern eure Meinung zu dem Thema an feedback@noSpam.kamina.de

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