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Fragen ist erlaubt

Manche Kinder erzählen zu Hause wenig bis nichts von der Schule. Dann hilft uns (neugierigen?) Eltern nur eines: Fragen! Keine Inquisition, sondern zum richtigen Zeitpunkt gezielt nachfragen.


Wie war der Schultag? Gezielt nachfragen!

Kennt ihr solche Dialoge?:

  • "Wie war es heute in der Schule?“ – „Ganz okay!",
  • "Und was gab’s zu essen?“ – „Kein‘ Plan, hab‘ ich vergessen!",
  • "Wart ihr in der Pause draußen?" - "Ja!"
  • "Wie lief der Deutsch-Test?" - "Keine Ahnung!",
  • "Habt ihr viele Hausaufgaben auf?" – "Geht!"

Jede Info muss aus der Nase gezogen werden. Dabei möchten wir doch so dringend wissen, was unser Kind in der Schule erlebt hat. Wie ergeht es ihm im Unterricht? Wie war die Klasse drauf? Mit wem versteht meine Tochter/mein Sohn sich gerade besonders gut? Was hat mein Kind in den Pausen gemacht? War es eher ein guter Tag mit viel Spaß oder ein schlechter mit Streit, Wut und Tränen? – Das sind Fragen, die uns bewegen. Und deswegen sollten wir sie auch stellen. Nur wann und wie am besten?

Konkret & dosiert zur rechten Zeit

Eines habe ich im Laufe meines Mutterseins gelernt, beim Fragenstellen gibt's durchaus ungünstige Momente und ein paar unausgesprochene Regeln:

  • keine Fragestunde direkt nach dem Nachhausekommen - verständlich, wir möchten auch ein wenig "Ankommzeit"
  • dosiert fragen, in mehreren Etappen (u.a. beim Essen) - dann wirkt's unaufdringlich
  • vom eigenen (Büro)Tag berichten - das regt zum Erzählen an
  • konkret sein, um Konkretes zu erfahren (z.B. lieber fragen, ob das Essen heute schmeckte, als nach dem Gericht selbst zu fragen. So weiß man, ob's schmeckt (was das Wichtigste ist) und man erfährt zudem nebenbei, dass es zähes Fleisch mit einer komischen Soße gab)
  • keine Suggestiv-Fragen - wir möchten unseren Kindern keine Antworten in den Mund legen, sondern möchten viel lieber ihre eigenen Worte und Schilderungen hören. So bekommt man oft auch mehr Zwischentöne mit.

Viele schweigsame Kinder werden erst am Abend plötzlich redselig. Vor allem, wenn die Schlafenszeit ansteht. Klar, wird hier gern Zeit geschunden. Doch diese Chance sollten sich Eltern nicht entgehen lassen und gut zuhören! Denn was sind 15 Minuten späteres Einschlafen für 15 Minuten Live-Bericht aus der Erlebnis-, Gedanken- und Gefühlswelt eures Kindes.


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