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Es muss nicht immer Gymnasium sein...

Viele Eltern erträumen - gerade wenn's um den Übertritt geht - für ihr Kind die gymnasiale Karriere. Aber viel wichtiger ist doch, dass die Schulform für das Kind passt.


Welche Schulform ist die richtige für mein Kind?

Die vierte Klasse ist bei vielen Eltern in Bayern gefürchtet. Denn im Januar gibt's den Zwischenbericht, der über den Notendurchschnitt in den Fächern Mathe, Deutsch sowie Heimat- und Sachkunde (HSU) informiert und darüber Aufschluss gibt, welche Optionen an weiterführenden Schulen möglich sind. Im Mai gibt's dann die offiziellen Übertrittszeugnisse mit einer entsprechenden Schullaufbahnempfehlung.

Jedes Bundesland hat seine eigenen Übetrittsregelungen

Bei einem Schnitt unter 2,33 darf das Kind im bayerischen Freistaat das Gymnasium besuchen, bis 2,66 die Realschule, bei einem Schnitt über 2,66 die Mittelschule (Hauptschule). Gewertet werden nur Mathe, Deutsch und HSU, alle anderen Fächer bleiben außer Acht, eine echte Wahlfreiheit herrscht in Bayern nicht, nur ein Probeunterricht ist für Grenzfälle möglich. Sachsen ist bei seiner offiziellen Schullaufbahnempfehlung und beim Notenschnitt für das Gymnasium wohl noch strikter als Bayern, aber viele Bundesländer sind hier auch freier und geben eben nur - gemäß der eigentlichen Wortbedeutung - eine Empfehlung vor. Hier stelle ich mir mal wieder die Frage, warum ist Bildungspolitik eigentlich Ländersache? Aber zurück zum Übertritt, der eben in jedem der 16 Bundesländer anders geregelt ist und auch teilweise, wie in Berlin, erst nach der 6. Klasse erfolgt.

Welche Schulform passt für mein Kind?

Welche Frage sich aber alle Eltern, egal aus welchem Bundesland stellen sollten: Ist das Gymnasium die ultimative Schulform für mein Kind? Mit zwei Kindern im bayerischen (Noch-)G8 kann ich sagen: Es gibt nicht nur Schwarz oder Weiß! Ich möchte allen Eltern Mut machen, über alternative Schulformen nachzudenken und sich (und euer Kind) nicht mit dem Übertritt verrückt zu machen und Druck rauszunehmen. Die Palette an Schulformen und möglichen Schulausbildungswegen ist heutzutage groß. Abgesehen davon, dass man von der Realschule/Oberschule bzw. Gesamtschule später noch aufs Gymnasium wechseln kann und dass es auch noch die Fachoberschule (FOS) als Weg zum Fachabi gibt, gilt es vielleicht schon vorher anzusetzen. Denn bis dahin ist es ein langer Weg und Notenfrust oder Überforderung können leicht zu Schulunlust führen.

Daher ist es wichtig, sich frühzeitig, also am besten beim Übertritt von der vierten in die fünfte Klasse, zu überlegen, welche Schulform passt zu meinem Kind? Fiel ihm die Grundschule leicht? Kann es sich gut konzentrieren, auch über eine längere Zeit? Arbeitet euer Kind zunehmend selbstständig? Ist es lernbereit? Und was wünscht sich euer Kind - möchte es unbedingt aufs Gymnasium und dies nicht nur wegen der Freunde? Klar ist, so meine Erfahrung nach einigen Gymnasium-Jahren, entweder bestehst du dort von allein oder nicht, ein Auffangnetz existiert nicht. Mein Wunschtraum von Schule, dass Kinder schulisch motiviert werden und verschiedene Lernmethoden an die Hand bekommen, ist leider bis auf wenige Lichtblicke fern der Realität. Auf dem Gymnasium gilt hart gesagt: Entweder kapiert dein Kind die (teilweisen fragwürdigen) Lehrmethoden oder du lernst zu Hause mit deinem Kind bzw. zahlst Nachhilfe, oder dein Kind geht früher oder später vom Gymnasium ab. Dabei ist es nicht primär eine Frage der Intelligenz, sondern vielmehr eine der Konzentrationsfähigkeit und des Passens in das Lernraster.

Wenn dein Kind sich also zum 2,33-Schnitt auf einer bayerischen Grundschule gequält hat, ist eventuell die Realschule oder eine private Ersatzschule (z.B. Montessori, Waldorf/Rudolf Steiner) die bessere Alternative zum Gymnasium. Ein Beratungsgespräch mit der Grundschullehrkraft, wie es in einigen Bundesländern sogar verpflichtend ist, kann hier sicherlich hilfreich sein und eine gute Orientierung bieten. Vielleicht kommt man am Ende zu dem Schluss: Es muss nicht immer Gymnasium sein...


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