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Wohn- und Lebensraum bedürfnisorientiert verändern

Die Vorstellungen vom optimalen Wohn- und Lebensraum verändern sich im Laufe der verschiedenen Alters- und Lebensphasen. Innerhalb der Familie ist es oft ein dynamischer Prozess, der positiv von allen gestaltet werden kann.


Während der Coronazeit werden Familien vor viele Herausforderungen gestellt. Das beginnt schon im Eigenheim, in den eigenen vier Wänden. Gerade in den letzten zwei Jahren verbrachten Eltern und Kinder viel Zeit auf engstem Raum, die teilweise unterschiedlichen Erwartungen aller Familienmitglieder wurden dadurch deutlich spürbar. Hinzu kommt, dass sich die Bedürfnisse von Menschen, speziell von Kindern, im Laufe der Jahre ändern, was durch die gesamte pandemiebedingte Extremsituation mit Homeschooling und Quarantäne verstärkt wird. Daher werden hohe Ansprüche an Wohnungen und Häuser einer Familie sowie an die Einrichtung gestellt. Es ist ein dynamischer Prozess, der von allen Familienmitgliedern positiv gestaltet werden kann.

Der passende Raum für jede Lebensphase

Gerade der kindliche Lebensraum sollte sich während der Entwicklung der Kinder - vom Baby bis zum Jugendlichen - immer wieder ihren Bedürfnissen und Vorstellungen anpassen. Damit die Entwicklung gesund vonstattengeht, ist es wichtig, die verschiedenen Etappen kindgerecht zu begleiten. Eltern stellen bald nach der Geburt des ersten Kindes fest, dass das Wohnen mit Nachwuchs nichts mehr mit dem Leben als Single oder kinderloses Paar zu tun hat. Schnell erobern Kinder ihren Raum. Schon Kleinkinder beschränken sich, sobald sie sich bewegen können, nicht mehr nur auf ihr Kinderzimmer. Ein paar Spielzeuge im Wohnzimmer, Stifte in der Küche und Kuscheltiere im Elternbett – Kinder unterwandern die Wohnung nach und nach. Ein durchdachtes Konzept mit festen Regeln, welches gleichzeitig bedürfnisorientiert ausgerichtet ist, hilft dabei, dass das Heim nicht im Chaos versinkt.

Das Zuhause ist viel mehr als nur ein Ort des Wohnens

Die Bedürfnisse der Kinder gilt es, bei der Wohn- und Raumkonzeption zu bedenken. Kleinere Kinder suchen stets die Nähe ihrer Eltern. Sie packen immer wieder ihre Sachen, um sie nah bei ihren Bezugspersonen aufzubauen. Daher ist es für Kinder besonders schön, eine Wohnküche oder einen gemeinschaftlichen Raum direkt vor dem eigenen Zimmer zu haben. Somit können sie selbst bestimmen, wann sie am Familienleben teilnehmen möchten und wann sie Zeit für Rückzug benötigen. Darüber hinaus ermöglicht es Kindern, eigene Spiel- und Bauprojekte im Kinderzimmer durchzuführen, ohne sich dabei alleine zu fühlen.

In den ersten drei Lebensjahren sehnen sich Kinder vor allem nach einem geschützten Raum, der ganz viel Kontakt und Nähe zu den Eltern zulässt. Im Vorschulalter sollte diese Spielfläche wachsen, denn Kinder möchten in dieser Zeit immer öfter für sich alleine sein und trotzdem Mama und Papa bei Bedarf nah wissen. In der Grundschulzeit wird der Wunsch nach einer Rückzugsmöglichkeit im eigenen Zimmer oft noch größer. In der Jugendphase mutiert der eigene Raum dann zum Arbeitsplatz oder Freunde-Treffpunkt. Die große Bedeutung des Kinder- bzw. Jugendzimmers sollten Eltern nicht unterschätzen (Fühlt sich euer Kind dort wohl? Zeigt es sein Zimmer gern Freunden?). Pädagogen weisen auf die Anforderungen einer optimalen Sozialsituation einer jungen Person in der Gruppe hin. Diese beginnt bereits im räumlichen Familienumfeld – dem Kinderzimmer. Dort wird die soziale Sicherheit und eigene Identität gefunden, ausprobiert und entwickelt.

Auch Eltern brauchen einen Rückzugsraum

Um ein harmonisches Familienleben so weit, wie möglich, zu garantieren, brauchen auch Eltern eine Chaos-freie Zone. Das Schlafzimmer könnte ein solcher Rückzugsraum sein. Es sollte von den Kindern als spielfreie Zone akzeptiert werden. Auch klare Regeln im Wohnzimmer können zu Entspannung führen. Dort könnte ein Teil des Wohnzimmers von Kindern als Spielraum genutzt werden, während ein anderer Teil davon verschont bleibt. Bei Bedarf können Raumteiler verwendet werden, um das Zimmer zeitweilig zu trennen.

Das optimale Kinderzimmer und das Wohlfühl-Jugendzimmer

Viel Platz zum Kreativsein haben Kinder in einem eher sparsam möblierten Ambiente. Bereits in einem Alter zwischen drei und vier Jahren ist es laut Pädagogen sinnvoll, das Kind bei der Gestaltung des Kinderzimmers nach den eigenen Wünschen und Vorstellungen zu befragen. Es sollte dabei beachtet werden, dass kleine Kinder gerne auf dem Boden spielen. Für Kinder ist es schön, dort viel freien Platz zu haben und somit Möglichkeiten für die kreative Entwicklung zu haben. Und auch größere Kinder chillen oft gern auf dem Boden bzw. Teppich. Meine Tochter liest dort zum Beispiel gern oder macht auch zwischendurch ihre Hausaufgaben dort, als Abwechslung zum Schreibtisch.

Wünschen die Kinder Veränderung in ihrem Zimmer, drücken sie dies manchmal auch durch Ablehnung aus ("der Schrank nervt", "ich kann die blöde Wandfarbe nicht mehr sehen", "ich mag nicht, dass Lena mein Zimmer sieht) oder durch Schwärmen von den Kinderzimmern der Freunde aus. Spätestens dann könnt ihr mit eurem Kind überlegen, was es so stört und was man am besten verändern könnte. Manchmal helfen schon Kleinigkeiten wie andere Vorhänge, Umstellen oder Umstreichen einiger Möbel, weniger Krimskram in den Regalen oder ein paar Pflanzen. Ein Wohlfühlzimmer wirkt sich generell, aber auch gerade bei Jugendlichen, auf die Seele aus und alle Familienmitglieder profitieren letztendlich von einem bedürfnisorientierten Lebensraum.

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